Blutgerinnung, Blutgerinnung messen, die Blutgerinnung
Bei dem Thema Diabetes und Blutgerinnung stellt sich die Frage, wieso besonders Personen die unter Diabetes leiden auch häufiger von einer Störung der Blutgerinnung betroffen sind. Zunächst die Erklärung des Begriffes Blutgerinnung. Bei der Blutgerinnung handelt es sich um ein komplexes System unseres Körpers, welches verhindert, dass wir bei bereits kleinen Wunden und Schnitten verbluten. Normalerweise tritt bei solch kleinen Wunden bereits nach kurzer Zeit ein Stillstand der Blutung ein, dies geschieht weil sich Blutplättchen (Thrombozyten) an der verletzten Stelle sammeln und einen lockeren Pfropf bilden. Zur selben Zeit beginnt das Blutgefäß sich zusammen zu ziehen, so dass weniger Blut aus der Wunde fließt. Schließlich wird das Gerinnungssystem aktiviert, woraufhin sich die so genannten Fibrinfäden bilden. Fibrinfäden sind längere Eiweißfäden, sie helfen das lockere Blutgerinnsel zu stabilisieren und die Blutung damit zu stoppen.
Bei einer Störung der Blutgerinnung ist die häufigste Ursache ein Mangel oder eine Funktionsstörung der Blutplättchen.
Diabetes und Blutgerinnung hängen stark zusammen, da Diabetes, besonders der Diabetes Typ 2, sich auf die Blutplättchen und Blutgerinnung auswirkt. Bei Diabetes verändert sich die Membran der Bluttplättchen und dies wirkt sich auf die Funktionalität dieser aus. Die Blutplättchen neigen dazu, sich stärker zusammenzubinden und das Blut wird dickflüssiger und lagert sich an den Gefäßwänden ab. Auch ist die Lebensdauer der Blutplättchen kürzer als bei gesunden Menschen. Ein weiteres Problem bei Diabetes ist, dass sich die Blutpfropfen nicht mehr so leicht lösen. Durch die Veränderung an den Gefäßwänden und das langsamer fließende Blut wird die Entstehung von Blutgerinnseln begünstigt, die so verengten Blutbahnen führen zu einer Minderversorgung. Die Veränderung der Blutgefäßwände bei Diabetikern führt dazu, dass sich die Arteriosklerosebildung verstärkt. Aus diesem Grund sind bei Blutgerinnung Diabetespatienten mehr gefährdet.
Um mögliche Blutgerinnungsstörungen ausschließen zu können oder um sie besser behandeln und unter Kontrolle haben zu können, kann man diese mit Hilfe eines Blutgerinnungs-Messgerätes messen. Dieses kann man auch ganz bequem zu Hause tun und hat so ständig die Kontrolle über die Blutgerinnung. Die Blutgerinnungsmessung bei Diabetikern ist wichtig und mit dem Blutgerinnungs-Messgerät können Diabetiker dies stets zu Hause machen ohne jedes Mal zum Arzt gehen zu müssen. Allerdings sollte die Blutgerinnungsmessung bei Diabetikern am Anfang von einem Arzt durchgeführt werden, so dass dieser die ersten Diagnosen stellen und eine weitere eventuell medikamentöse Therapie vorschlagen kann und um den Diabetiker darüber aufzuklären. Wenn der Hausarzt ein Blutgerinnungsmessgerät verordnet hat, bekommt der Patient vorher noch eine Schulung über den richtigen Umgang. Hat der Patient die Schulung durch den Arzt bekommen und eine lebenslange Blutgerinnungstherapie braucht, dann können die Kosten, auf Antrag des Arztes, von der Krankenkasse übernommen werden.
Um eine zuverlässige und vergleichbare Kontrolle, unabhängig von Arzt oder Labor, sicherstellen zu können empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den INR-Wert. Durch die Einführung des INR-Wertes konnte die Wirksamkeit der Behandlung erhöht werden und Komplikationen gesenkt. Es gibt neben dem INR-Wert auch den so genannten Quick-Wert, doch dieser ist nicht ausreichend standardisiert und kann dadurch zu Verwirrung führen und gefährlich sein, weil er von Labor zu Labor stark abweichen kann und macht somit eine sichere und zuverlässige Kontrolle nicht möglich. Diabetespatienten sollten daher zu ihrer eigenen Sicherheit darauf bestehen, dass der INR-Wert angegeben wird. Es wird empfohlen einmal wöchentlich die Blutgerinnung zu messen.
Wenn zu einer Blutgerinnung Diabetes dazu kommt, sollten die Betroffenen sich von ihrem Hausarzt eine ganz individuelle Behandlung zusammenstellen lassen, die auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten und seinen jeweiligen Krankheitsverlauf abgestimmt ist. Neben der medikamentösen Behandlung durch den Arzt, ist es für Diabetiker zudem von besonderer Dringlichkeit auf eine gesunde Lebensführung zu achten, was den Verzicht von Nikotin, einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung und Bewegung einschließt. Zudem sollten Diabetiker mindestens einmal im Jahr vom Hausarzt ein EKG und Belastungs-EKG durchführen lassen um das Herz zu kontrollieren.