Blutzuckermessung, Messung des Blutzuckers, Blutzuckerbestimmung
Diabetes und Blutzucker sind zwei Begriffe, die unausweichlich miteinander verbunden sind.
Blutzucker ist der laienhafte Ausdruck für den Spiegel bzw. die Konzentration der Glucose im Blut. Glucose ist eine Zuckerart, die für den Körper die notwendige Energiezufuhr bereitstellt. Andere Zuckerarten, die vom Körper in Glucose umgewandelt werden, sind z.B. Fructose (Fruchtzucker) oder die Laktose (Milchzucker). Nur mit Glucose kann der Körper funktionieren, dafür müssen aber die Glucoseanteile in die Zelle eingebracht werden. Der "Schlüssel" zu dieser Tür, ist das Hormon Insulin, nur damit kann die Glucose in die Zelle eintreten.
Die Blutzuckermessung bei Diabetikern - und auch bei allen anderen Patienten - erfolgt nüchtern, das bedeutet, dass der Patient kein Essen zugeführt haben sollte. Es gibt zwei verschiedene Einheiten, in denen der Blutzucker gemessen werden kann. Einmal die mmol/l Angabe (Millimol pro Liter) und zu anderem die mg/dl Angabe (Milligramm pro Deciliter). Die Normwerte liegen bei 3,9 - 5,5 mmol/l und bei unter 99 mg/dl. Die Blutzuckermessung bei Diabetikern ergibt also unbehandelt immer eine Messung von über 5,5 mmol/l oder 99 mg/dl.
Um eine Blutzuckererkrankung zu diagnostizieren, muss man einen sogenannten Glucosetoleranztest durchführen. Zunächst wird der Nüchternblutzucker gemessen, dann muss eine glucosehaltige Flüssigkeit getrunken werden. Der Blutzucker wird dann nach einer und nach zwei Stunden gemessen. Bei der ersten und letzten Messung sollten die Blutwerte im Normbereich liegen, nur die Messung nach einer Stunde darf erhöhte Werte zeigen.
Die Blutzuckermessung bei Diabetikern erfolgt mit Hilfe eines Blutzuckermessgerätes. In dieses kann ein Teststreifen eingeführt werden, an dessen Ende man einen Tropfen Kapillarblut aus Fingerbeere oder Ohrläppchen einbringen kann. Dann kommt es im Inneren des Messgerätes zu chemischen Reaktionen und der Blutzuckerspiegel wird auf dem Display mitgeteilt.
Zu Blutzucker Diabetes kommt es, weil es z.B. bei einigen Menschen an dem Hormon Insulin im Blut fehlt und der Blutzucker steigt aufgrund der verschlossenen Tür der Zelle. Patienten, denen dieses Hormon fehlt, können nur durch die lebenslange Substitution von Insulin behandelt werden. Andere, bevorzugt ältere und übergewichtige Menschen, leiden unter einem erhöhten Blutzuckerspiegel, da es ein Überangebot von Glucose im Blut gibt und die Zelle übersättigt ist, d.h. das Insulin kann nicht mehr wirken, weil die Zelle "voll" ist. Ist also der Blutzuckerspiegel erhöht, spricht man von einem Diabetes mellitus.
Da diese Erkrankung ernsthafte Spätfolgen, wie z.B. Gefäßerkrankungen, die unter anderem zu Durchblutungsstörungen der Extremitäten (Beine und Arme) führen oder auch Nervenstörungen hervorrufen kann, ist es wichtig für den Patienten den Blutzucker in normale Bahnen zu bringen. Um den Blutzucker in der Norm zu halten, müssen beide Formen des Diabetes auf ihre Ernährung achten. Süßigkeiten und sogar viel Fruchtzucker entaltendes Obst sollte mit Vorsicht genossen werden, um den Blutzuckerspiegel nicht unnötig in die Höhe zutreiben. Vor jedem Essen müssen Diabetiker ihren Blutzucker messen, der dann in Broteinheiten umgerechnet werden muss.
Daraus wird dann die Insulineinheit berechnet, die sich der Diabetiker dann über eine Spritze unter die Haut verabreicht. Die Diabetiker, bei denen Insulin im Grunde vorhanden ist, muss man zunächst mit anderen Mitteln, wie Ernährungsumstellung, Sport und orale Medikamente den Blutzucker Diabetes einstellen. Dennoch kann es nötig werden, Insulin zu spritzen.
Beim Insulin spritzen ist es sehr wichtig, dass man genau berechnet, wieviel Insulin tatsächlich gebraucht wird. Überschätzt man den Insulinverbrauch, kann es zu einer Hypoglykämie kommen, einer Unterzuckerung des Körpers. Hieran kann man versterben.
Regelmäßigen Sport und Bewegung sollten Diabetiker betreiben, da die Muskulatur hierbei viel Glucose verbraucht und eine gestärkte Muskulatur auch im Ruhezustand mehr Energie und somit Glucose benötigt. Des Weiteren sollten sich Diabetiker regelmäßigen ärztlichen Kontrollen unterziehen, die unter anderem den Blutdruck und den Augenhintergrund sowie die Gefäße beurteilen sollten.
Bei Diabetes und Blutzucker sollte man also auf regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, einen normwertigen Blutzuckerspiegel - nicht zu hoch und nicht zu tief - und regelmäßige ärztliche Kontrollen achten.