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Über acht Millionen Menschen leiden in Deutschland an Diabetes mellitus. Für Typ-1-Diabetes ebenso wie für Typ-2-Diabetes gilt neben der Einnahme von Insulin, die richtige Ernährung als essentieller Bestandteil der Therapie. Früher bedeutete die Diagnose für alle Betroffenen, Hände weg von Schokolade und Alkohol.
Die moderne Ernährung für Diabetiker ist gesund, vollwertig, abwechslungsreich, gut schmeckend und somit eine ideale Kost für die gesamte Familie. Natürlich muss dabei, Rücksicht auf die Ernährungsgewohnheiten, körperlichen Aktivitäten und persönlichen Lebensumstände jedes einzelnen genommen werden. Eine spezielle Diät oder der Kauf von Diabetes Nahrungsmitteln ist nicht erforderlich. Kochbücher für Diabetiker können nützliche Hinweise geben und bieten zahlreiche leckere Rezepte zum Ausprobieren.
Eine erste Hilfe im Umgang mit Diabetes und Ernährung leistet die Ernährungspyramide: Sie empfiehlt, auf fettarme Speise und Vollkornprodukte zurückzugreifen. Bei Appetit auf Süßes, sollte der Diabetiker frisches ungezuckertes Obst verzehren. Auch Salat und Gemüse (als Rohkost oder sanft gegart) sollte täglich auf dem Speiseplan stehen. Die Vitamine A, C, und E und einige sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe tragen zur Prophylaxe der typischen diabetischen Folgeschäden bei, wie Durchblutungsstörungen. Zudem heißt es reichlich trinken, d.h. mindestens zwei Liter am Tag, am besten Mineralwasser oder ungesüßte Getränke.
Eine wichtige Rolle in der Ernährung bei Diabetikern spielen Kohlenhydrate, da sie die einzigen Nährstoffe sind, die Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Der Kohlenhydratgehalt wird in Broteinheiten (BE) angegeben: 1 BE entspricht 12 g Kohlenhydrate. Durch spezielle Tabellen, die die jeweilige Menge an Broteinheiten auflistet, lassen sich bei Bedarf, beispielsweise 80 g Kartoffeln gegen 50 g Nudeln austauschen. Neben der richtigen Menge an Kohlenhydraten, ist die Aufteilung auf mehrere Mahlzeiten empfehlenswert. Außerdem sollte auf solche Lebensmittel zurückgegriffen werden, die den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen. Deshalb ist es für Diabetiker ratsam, den Verzehr von Lebensmittel aus weißem Mehl, d.h. Brot, Nudeln, Kekse und Torten, einzuschränken und auf Vollkornprodukte auszuweichen (Verhältnis 1:5). Diese wirken weitaus sättigender, sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, und lassen den Blutzucker relativ langsam ansteigen. Wie Äpfel, Milch und Hülsenfrüchte haben sie einen niedrigen glykämischen Index.
Überhaupt wirken sich ballaststoffreiche Nahrungsmittel (beispielsweise Bohnen und schwarze Linsen) stabilisierend auf den Blutzuckerspiegel aus. Außerdem scheint es sinnvoll, tierische Fette (Butter, Wurst, Käse, etc.) zum Teil durch pflanzliche Fette oder Öle zu ersetzen. Einfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Raps-, Maiskeim- oder kaltgepresstem Olivenöl, rohen Nüssen, und Avocados vorkommen, haben ebenso eine positive Wirkung, wie die Omega-3-Fettsäuren in Lachs, Sardine und Makrele.
Diabetes und Ernährung bedeutet auch Verzicht oder Mäßigung im Verzehr bestimmter Nahrungsmittel. Laut Ernährungspyramide sollte der Diabetiker höchstens drei Eier in der Woche essen. Neben dem Verzicht auf fette Speisen, Übergewicht belastet den gesamten Organismus, sollte das Essen täglich höchstens 6 g Salz enthalten, wobei auch das in Saucen, Fertiggerichten, Wurst und Käse enthaltene Salz berücksichtigt werden muss. Besondere Vorsicht gilt bei Zucker und Alkohol: Zucker sollte keinesfalls pur oder in Getränken, konsumiert werden. Verpackt in Lebensmittel darf der Diabetiker kleine Mengen Zucker zu sich nehmen. Ebenso erlaubt sind geringe Mengen an Alkohol, wie etwa 1-2 Gläser Wein oder Bier. In der Regel sollten Frauen (15g Alkohol) weniger trinken als Männer (25g Alkohol). Zu beachten ist jedoch, dass Alkohol nur zusammen mit kohlenhydratreichen Mahlzeiten aufgenommen werden sollte, da sonst die Gefahr einer Unterzuckerung besteht.
Umstritten sind spezielle Diabetiker- oder Diätprodukte, nicht nur, weil sie häufig teurer sind als vergleichbare Produkte: Kritiker bemängeln, den hohen Fett- und Kaloriengehalt und verweisen darauf, dass Fruchtzucker oder Zuckeraustauschstoffe kaum Vorteile gegenüber dem normalen Haushaltszucker bieten. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) fordert deshalb sogar, die Bezeichnung "Für Diabetiker geeignet" europaweit aus dem Handel zu nehmen. Auch die Europäische Union überdenkt eine Gesetzesvorlage zur Kennzeichnung von Diabetes Nahrungsmittel.
Für weiterführende Informationen wenden sie sich an ihren Hausarzt oder ihre Krankenkasse.