Inkontinenz, Diabetes und Inkontinenz, inkontinenter Diabetiker



Millionen Deutsche leiden unter Inkontinenz, einer Blasenschwäche, die zu unfreiwilligem Harnabgang führt. Inkontinenz ist ein weit verbreitetes Problem, das vor allem Frauen, aber auch Männer betrifft. Während manche Betroffene nur kleinste Mengen Urin verlieren, zum Beispiel beim Lachen oder Husten, verlieren andere Urin in so großen Mengen, dass sie sich kaum noch unter Menschen trauen. Bei Frauen steht Inkontinenz häufig mit einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur in Zusammenhang, während bei Männern häufig die Prostata verantwortlich ist. Bei beiden Geschlechtern kann Inkontinenz als Folgeerscheinung des Diabetes auftreten.

Rund jeder zweite Diabetiker entwickelt Symptome einer Blasenschwäche. Dennoch ist Inkontinenz Diabetes ein Problem, das vielen nicht vertraut ist. Selbst Betroffenen ist oft der Zusammenhang zwischen Diabetes und Inkontinenz nicht bewusst. Viele Betroffene scheuen den Gang zum Arzt, andere halten ihre Blasenschwäche für eine unabwendbare Alterserscheinung. Doch Inkontinenz Diabetes ist behandelbar, deshalb konsultieren Sie unbedingt Ihren Arzt, wenn Sie unter verdächtigen Symptomen leiden. Denn je früher eine Blasenschwäche erkannt wird, desto effektiver kann sie behandelt werden.

Verursacht wird Inkontinenz Diabetes durch zu hohe Blutzuckerwerte, die die Nerven in Mitleidenschaft ziehen, die für die Entleerung der Blase verantwortlich sind. Die Folgeschäden treten entweder als Drang-Inkontinenz oder als Überlauf-Inkontinenz auf. Bei der Drang-Inkontinenz kommt es zu starkem Harndrang auch bei fast leerer Blase. Mangelnde Kontrolle der Blase führt zu unfreiwilligem Harnabgang. Im Fall einer Überlauf-Inkontinenz kann der Betroffene in Folge der Nervenschädigung nicht mehr rechtzeitig spüren, dass die Blase übervoll ist. Durch Überdehnung wird die Blasenmuskulatur geschwächt und die Blase wird nicht mehr vollständig geleert.

Das wiederum kann zu Infektionen führen, die das Problem weiter verschlimmern. Auch der Schließmuskel der Blase kann durch Nervenschädigungen geschwächt werden. Wer unter Inkontinenz Diabetes leidet sollte das Problem nicht einfach hinnehmen, sondern aktiv etwas dagegen tun. Extrem wichtig ist ärztliche Betreuung. Nur unter ärztlicher Kontrolle kann sichergestellt werden, dass die Blutzuckerwerte optimal eingestellt sind. Und der Arzt kann eine entstehende Inkontinenz frühzeitig erkennen und behandeln. Darüber hinaus können Betroffene mit gezieltem Training gegen die Blasenschwäche vorgehen.


Inkontinenztraining bei Diabetikern ist eine wichtige Ergänzung zur medizinischen Versorgung durch den Arzt. Das Trainieren der Beckenbodenmuskulatur ist besonders erfolgsversprechend. Die Übungen sind einfach durchzuführen und zeigen in der Regel schon nach wenigen Wochen Erfolg. Sie stärken die Muskulatur, die Blase und Harnröhre umgibt, reduzieren den Harndrang, fördern die vollständige Entleerung der Blase und verbessern die Blasenkontrolle. Nach Einleitung durch einen Arzt oder Physiotherapeuten kann man die Übungen zuhause durchführen, am besten mehrmals täglich für ein paar Minuten. Um ein Beispiel zu geben, in einer der Grundübungen werden im Sitzen die Muskeln des Bockenbodens mehrfach im Abstand von wenigen Sekungen zusammengezogen.

Eine andere Übung leistet Erste Hilfe im Notfall. Beugen Sie sich einfach vornüber, so als wollten Sie etwas vom Boden aufheben – der Harndrang wird sofort vermindert. Inkontinenztraining bei Diabetikern leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen.

Zwischen Diabetes und Inkontinenz besteht ein weiterer Zusammenhang, der noch heute oft unterschätzt wird. Eine häufige Folgeerscheinung des Diabetes ist Bluthochdruck. Und Medikamente, die zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden, können Inkontinenz verursachen. Jeder, der von Inkontinenz und Bluthochdruck betroffen ist, sollte mit seinem Arzt abklären, ob die Inkontinenz möglicherweise eine Nebenwirkung der verschriebenen Bluthochdruck-Medikamente ist. Inkontinenz und Bluthochdruck treten sehr häufig zusammen auf, aber oft wird der Zusammenhang übersehen.

Für jeden Diabetiker ist es wichtig, dass er aktiv Verantwortung übernimmt und daran arbeitet, eine optimale Lebensqualität für sich selbst zu sichern. Die erste Grundregel ist es, rundherum gesundheitsbewusst zu leben. Die Blutzuckerwerte eines jeden Diabetikers müssen regelmäßig kontrolliert und optimal eingestellt werden, um das Risiko von Folgekrankheiten gering zu halten. Zudem sollte jeder Diabetiker regelmäßig seinen Blutdruck testen und seine Blasenfunktion beobachten. Ein gesunder Lebensstil ist ebenfalls mit ausschlaggebend für eine optimale Lebensqualität. Gesunder Lebensstil bedeutet vor allem fettarme Ernährung und viel Bewegung.