Insulin-Injektion, Insulin spritzen, Insulin injiezieren



Im Allgemeinen wird in zwei Arten von Diabetes unterschieden. Der so genannte Typ I hat die Ursache, dass die Zellen der Langerhannschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse ihre Arbeit, die Produktion des Hormons Insulin, nahezu oder völlig einstellen. Insulin ist notwendig für die Verstoffwechselung von Glukose im Gewebe und für die Hemmung der Zuckerproduktion in der Leber. Wenn dieser Vorgang nicht mehr stattfindet, sammelt sich die Glukose im Körper und die Leber stellt unkontrollierbare Mengen an Zucker her. Dieser kann dann im Blut sowie im Urin nachgewiesen werden.
Der Diabetes des Typs II wird heute noch vielfach als „Altersdiabetes“ angesehen, weil er in der Regel erst in späteren Lebensjahren auftrat.

Heute stimmt dies jedoch nicht mehr, denn ungesunde Lebensweise und Übergewicht begünstigen diesen Typ immer häufiger auch bei Kindern und Jugendlichen. Die Langerhannschen Inseln stellen bei diesem Typ ihre Arbeit nicht vollständig ein, so dass viele Betroffene sehr lange auf die Insulininjektion verzichten können, sondern mit einer oralen Medikation auskommen.

Insgesamt gesehen ist jedoch die Insulininjektion bei Diabetikern die gängige Behandlungsform. Denn der Körper braucht das Insulin und eine Injektion ist die schnellste und wirksamste Methode, es ihm zuzuführen. Prinzipiell gilt, dass die Behandlung mit der Insulininjektion Diabetes nicht heilen kann, sie kann dem Diabetiker jedoch ein relativ normales Leben ermöglichen.

Das Insulin wird, abhängig vom Blutzuckerspiegel, vermehrt nach den Mahlzeiten abgegeben. Insgesamt benötigt ein Mensch rund 40 Insulineinheiten am Tag, das entspricht einem Prozentsatz von etwa 20 Prozent des eingelagerten Insulins. Zwischen den Mahlzeiten und nachts hingegen ist die Insulinausschüttung relativ gering, womit sich der Insulinhaushalt bei gesunden Menschen in ziemlich engen Grenzen regelt.

Die Insulintherapie erfolgt mit verschiedenen Möglichkeiten. In der konventionellen Insulintherapie wird mit Intermediärinsulin (Verzögerungsinsulin) oder aus Intermediärinsulin und Normalinsulin gemischten Injektionen gearbeitet. Sie ist die bevorzugte Variante für den Typ II und wird oft mit oral verabreichten Antidiabetika kombiniert und nur einmal am Tag injiziert. Nur wenn der Körper auf orale Medikamente nicht mehr anspricht, wird eine zweimal tägliche Insulininjektion bei Diabetikern des Typs II notwendig. Jeder Typ II-Patient kann mit seiner Ernährung und seinem Verhalten die Zeitraum zwischen oraler und injizierter Medikation mit bestimmen.

Für Diabetiker des Typs I bedeutet die Entscheidung für die konventionelle Therapie die Einhaltung eines starren Ernährungsplanes mit festen Zeiten und genau bemessenen Portionen sowie regelmäßige körperliche Betätigung. Die Vorteile liegen hier in der relativ einfachen Handhabbarkeit und darin, dass nicht nach jeder Mahlzeit der Blutzucker gemessen werden muss. Nachteilig ist hingegen die notwendige Selbstdisziplin, die nicht immer in jeder Situation garantiert werden kann.

Der Typ I-Diabetes wird in der Regel mit einer intensivierten Insulintherapie durchgeführt. Das bedeutet, dass die Insulininjektion bei Diabetikern dieses Typs vor jeder Mahlzeit durchgeführt wird. Hierfür wird Normalinsulin verwendet. Zusätzlich wird ein bis dreimal täglich ein Intermediärinsulin gespritzt, um den Basisbedarf an Insulin zu decken. Das Normalinsulin wird entsprechend den Mahlzeiten injiziert.

Viele Anwender empfinden die Freiheit in ihrem Tagesablauf als großen Vorteil. Nachteilig ist hingegen die Notwendigkeit zur regelmäßigen Blutzuckerkontrolle.
Bevorzugte Orte für die Spritzen sind das Bauchfett (schnellste Aufnahme des Insulins) sowie die Oberschenkel (langsamste Aufnahme). Manche Patienten spritzen auch in den hinteren Oberarm, dieser Ort ist jedoch umstritten. Besonders ältere Patienten leiden oft unter einer Angst, sich selbst zu spritzen. Hier können Pflegefachkräfte die Insulininjektion Diabetes-Kranken verabreichen.

Verbunden mit Bluthochdruck, einer Fettstoffwechselstörung sowie einem erhöhten Bauchumfang ergibt Diabetes das Metabolische Syndrom, das unbehandelt zu Herz-Kreislauf-Krankheiten und zu Infarkten oder Schlaganfällen führen kann. Diabetes mellitus ist zudem einer der Risikofaktoren für Bluthochdruck und beide Krankheiten verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Daher ist es wichtig, neben dem Blutzuckerspiegel regelmäßig auch den Blutdruck zu überprüfen. Sinnvoll ist hier eine Kombination der Therapie mit Insulininjektion und Bluthochdruck-Behandlung. Ein mit seinem Insulin gut eingestellter Diabetiker kann problemlos regelmäßig Sport treiben und so seine Gesundheit allgemein stärken.